Konflikt um Moschee-Bau auf Leipziger Bühne

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„Moschee DE“ - ein Theaterstück von Kolja Mensing und Robert Thalheim wird in der Gohliser Friedenskirche von David Perlbach inszeniert

 
Als im Jahr 2006 bekannt wird, dass eine muslimische Gemeinde den Bau einer Moschee im Berliner Randbezirk Pankow-Heinersdorf plant, geht ein Aufschrei durch die Anwohnerschaft. Gegner formieren sich, der Protest wird auf die Straße getragen, Bürgerinitiativen gegründet und Parteien aus dem rechten Spektrum machen sich das Thema zu eigen. Aber die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde erfährt auch Solidarität aus der Bevölkerung.
 
Warum musste der Integrationsbeauftragte ausgerechnet bei uns sein Geld ausgeben.
Wohnt ja schließlich keiner der Moslems hier. (Vorsitzender der Bürgerinitiative)
 
Die Autoren Kolja Mensing und Robert Thalheim haben die wichtigsten Beteiligten des Konflikts von 2006 interviewt, den Original-Text verdichtet (aber kaum verändert) und auf fünf Hauptfiguren verteilt: Imam, Vorsitzender der Bürgerinitiative, Pfarrer, Konvertit und Zugezogene. Auf diese Weise entstand das Theaterstück Moschee DE, das 2010 in Hannover uraufgeführt und mit dem
Kulturpreis der Ev.-luth. Landeskirche Hannover ausgezeichnet wurde.
 
Am Ende kommen immer die gleichen Fragen. Die Frauen, der Schleier, das Kopftuch. Manchmal macht mich das richtig müde. (Imam)
 
Das dokumentarische Stück bildet die Grundlage, um die jüngsten Kontroversen rund um den geplanten Moschee-Neubau in Leipzig-Gohlis, die auffallend ähnlich wie seinerzeit in Berlin ablaufen, auf der Bühne neu zu verhandeln. Ganz bewusst wird der Originaltext der Berliner Situation weitgehend beibehalten und keine „Adaption“ für die Leipziger Situation erstellt.
 
Vielmehr soll der dokumentarische Charakter beibehalten werden, indem die (scheinbar) verfremdete Situation die nötige Distanz zum Geschehen schafft. Die Suppe haben wir uns als Deutsche selber angerührt. Wir hätten uns schließlich anständig vermehren können. (Zugezogene)
 
Moschee DE wirft einen differenzierten Blick auf eine Gesellschaft von heute, auf Konflikte und Ängste in einer multikulturellen Welt. Manchmal stehen hinter gegensätzlichen Figuren ähnliche Biografien und hinter manch großen Vorurteilen ganz kleine, menschliche Ängste. Moschee DE ist entlarvend, provokant und menschenfreundlich.
 
mit: Nina Maria Föhr, Jan Hasenfuß, Karl Karliczek, Dietmar Voigt, Kenneth George
 
Regie: David Perlbach
 
Premiere: 17. Mai 2015, 20 Uhr, Friedenskirche (Leipzig-Gohlis)
 
weitere Aufführungen: 19.05., 20.05., 23.05., 24.05., 06.06.2015 (Beginn jeweils um 20 Uhr)
 
Trailer
 
Kartenvorverkauf hier
Eintritt: 9,- (5,-) Euro
 
Kontakt:
David Perlbach (Regie): 
kontakt@david-perlbach.de
 
Maria Arkadieff (Öffentlichkeitsarbeit): m.arkadieff@gmail.com
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